Archiv für März 2008

200 Menschen solidarisch mit Gerberstraße

Als Reaktion auf den Naziangriff auf die Gerberstraße vom 08.03. zeigten sich vergangenen Sonntag etwa 200 Menschen solidarisch mit dem soziokulturellen Zentrum und unterstützten die Demonstration mit dem Motto: „Rechte Gewalt benennen! Linke Freiräume verteidigen!“.

Ein ausführlicher Bericht über die Demonstration ist auf indymedia zu finden.

Das Problem hat einen Namen! Rechte Gewalt benennen! Demo am 16.03.

Nach dem Naziangriff auf das soziokulturelle Zentrum tut sich die lokale Presse wieder einmal schwer das Problem beim Namen zu nennen. So schreibt beispielsweise die TLZ in der Lokalausgabe vom 11.03., von einer Zuspitzung der Auseinandersetzungen zwischen links und rechts, anstatt klar zu benennen von wem in Weimar die Gewalt ausgeht. Weiterhin werden in der lokalen Presse unkommentiert die Stellungsnahmen der Polizei übernommen, für die der Angriff anscheinend ein undurchschaubares, nebulöses Geschehen gewesen ist. Am Ende erscheint der brutale Naziangriff in der Weimarer Öffentlichkeit als eine Auseinandersetzung zwischen rivalisierenden Jugendbanden. (Siehe auch Artikel der Gruppe AGAP)

Dem wollen wir am Sonntag den 16.03. mit einer Demonstration etwas eindeutiges entgegensetzen: Der Angriff auf die Gerberstraße ging von Neonazis aus und hatte einen ideologischen Hintergrund. Die Gerberstraße, die sich für Flüchtlinge und Migrant_innen einsetzt, die kontinuierlich antifaschistische Arbeit leistet und Raum für eine alternative Kultur bietet, ist nicht nur Nazis aus Weimar seit Langem ein Dorn im Auge. Desweiteren war der Angriff auf die Gerberstraße kein Einzelfall, sondern eingereiht in eine kontinuierliche Zuspitzung rechter Gewalt in Weimar. Immer wieder werden in Weimar alternative und linke Jugendliche von Nazis angepöbelt und angegriffen.

Wir wollen weiterhin die Gerberstraße als einen Freiraum nutzen, in dem wir keine Angst vor Nazis haben müssen. Dementsprechend werden wir diesen Freiraum verteidigen!

Demonstration am 16.03. in Weimar
“Rechte Gewalt benennen! Freiräume verteidigen!”

Treffpunkt: 14:00 Uhr Baudertplatz/Bahnhofsvorplatz

Desweiteren an dieser Stelle ein Radiointerview zu den Vorfällen vom Samstag (Radio Frei):

Brutaler Angriff auf Gerberstraße

Gestern Nacht gegen 2:00 Uhr griffen ca. 20 Nazis auf brutale Art und Weise das soziokulturelle Zentrum der Gerberstraße an.

Die mit Knüppeln, Teleskopschlagstöcken und Zaunslatten bewaffneten Neonazis versuchten in das Gebäude einzudringen und verletzten dabei mehrere Personen, 2 davon so schwer, dass sie ins Krankenhaus eingeliefert werden mussten.

Nach 20 Minuten konnten die Nazis dank der entschlossenen Reaktion der Gäste aus dem unmittelbarem Umfeld der Gerberstraße vertrieben werden. Sie hielten sich jedoch danach immernoch in der Stadt auf und attackierten gegen 4:00 Uhr ein Mädchen auf dem Heimweg.

Diese offene Gewalt beweist einmal mehr, warum es wichtig ist sich am 5. April den Nazis in Weimar in den Weg zu stellen.

Einen ausführlicheren Bericht zu den Geschehnissen gibt es auf indymedia.

Solidarität mit den Opfern rechter Gewalt!

Dem nationalen Wahn ein Ende! Weder deutsch noch tümelei!

Demonstration und dezentrale Aktionen gegen den Naziaufmarsch am 05.04. in Weimar

Der Kreisverband der NPD Weimar/Weimarer Land will am 05.04. unter dem Motto „Kinder, Zukunft, NPD – sozial geht nur national“ durch die Weimarer Straßen ziehen und fährt dafür eine bundesweite Mobilisierung.
Wir, die Antifagruppe in Weimar (AAW) und die Antifagruppe Weimarer Land (AAWL), rufen dazu auf den Naziaufmarsch zu verhindern! Seit einiger Zeit spitzt sich die Gewalt auf den Straßen in Weimar immer weiter zu. Immer wieder werden Linke oder alternative Jugendliche Opfer von rechten Übergriffen. Im letzten Jahr versuchten Nazis sogar das autonome Jugend- und Kulturzentrum Gerberstraße anzugreifen. Im Weimarer Land, wo einige Dörfer und kleinere Städte national befreiten Zonen gleichkommen, müssen Migrant_innen oder alternative Jugendliche in ständiger Angst vor Übergriffen leben. Bei der Betrachtung der Übergriffe und Aktionen der Nazis kann es faktisch keine Trennung zwischen rechter Gewalt auf der Straße und dem Umfeld der organisierten Nazis in NPD und Kameradschaften geben. Seit einiger Zeit treten die Nazis in Weimar auch wieder offensiv in die Öffentlichkeit und versuchen sich durch Flugblattaktionen, Infostände oder Spontandemonstrationen als vermeintlich einzige Opposition zu präsentieren. Dabei hat die NPD in Weimar sowohl die Landtagswahlen in Thüringen, als auch die Stadtratswahlen in Weimar im Auge, die beide 2009 stattfinden werden.

Der fünfte April in Weimar

Am 05.04. wollen die Nazis um 13:00 Uhr vom Hermann-Brill-Platz (Stadionvorplatz) in Richtung Innenstadt laufen. Treffpunkt und Auftaktkundgebung der Nazis ist jedoch schon bereits 12:00 Uhr am Hermann-Brill-Platz. In ihrer Anmeldung haben die Nazis das Ende ihrer Demonstration auf 22:00 Uhr ausgelegt.
Den ganzen Tag über haben das Bündnis gegen Rechts und andere Organisationen überall in der Stadt Kundgebungen und Infostände angemeldet um gegen den Naziaufmarsch zu protestieren.
Um 11:00 Uhr (Auftaktkundgebung 10:00 Uhr) beginnt die Antifa-Demo auf dem Baudertplatz (Bahnhofsvorplatz). Nach der Demonstration soll es dezentrale Aktionen gegen den Naziaufmarsch geben.
Am Vorabend wird es in der Gerberstraße 1 letzte Infos, eine Pennplatzbörse und eine Veranstaltung zum Thema „Nationale Symbole und Deutscher Nationalismus“ (biko.arranca) geben.

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