Nazi-Aftershow-Party im Weimarer Land

Nachdem der Neonaziaufmarsch am Samstag, dem 5.April, von circa 1000 Gegendemonstrant_innen gestört wurde, war die Nacht zum Sonntag im Weimarer Land von einem gegensätzlichen Bild geprägt.
Schon circa gegen halb acht Uhr abends, wurden drei alternative Jugendliche, am Bad Berkaer Busbahnhof von circa 9 Neonazis angepöbelt und später gewalttätig angegriffen. Hierbei wurden die Opfer mit Fußtritten und Faustschlägen attackiert. Kennzeichen wie Aufnäher an Jacke oder Rucksack wurden von den Rechtsextremist_innen abgerissen, da sie die Jugendlichen als Gegner_innen ihrer faschistischen Ideologie identifizierten. Ein Betroffener erlitt hierbei Verletzungen an Kopf, Rücken und Beinen, ein weiterer wurde leicht verletzt.
Auf der Flucht vor den Angreifer_innen bewegten sich die 3 Jugendlichen in Richtung der großen Ampelkreuzung Ecke Bahnhofsstraße/Blankenhainer Straße. Zu diesem Zeitpunkt fuhren viele Autofahrer an der Szenerie vorbei, Einer wurde sogar direkt durch die Opfer mit Hilfe von Rufen und Klopfen an die Autoscheiben, um Hilfe gebeten. Jedoch zeigte kein_e Zeuge/in und potenzieller Hilfeleistende_r Zivilcourage – Alle fuhren weiter.
Nachdem die Angegriffenen entkommen konnten, verständigten sie die Polizei,
zeitgleich sammelten sich in der Kurstadt jedoch immer mehr Rechtsextreme, nun circa 18 – 20 junge Menschen. Als die Polizei mit mehreren Einsatzwagen eintraf, wurden die Personalien von mehreren Angreifer_innen festgestellt.
Im späteren Verlauf fingen die Neonazis jedoch erneut mit Pöbeleien vor der Jungen Gemeinde Bad Berka an, daraufhin verständigte ein Anwesender erneut die Polizei, erreichte hierbei jedochnur die Notdienststelle der Polizeidirektion Jena, welche ihm jedoch mit barschen Worten eine Absage zum Einsatz erteilte – sie seien gerade selber beschäftigt.
Im späteren Verlauf des Abends gegen 21:30 erreichten jedoch Einsatzkräfte der Polizei erneut Bad Berkas Innenstadtbereich. Ziel war die Kreuzung auf der wenige Stunden vorher, der brutale Angriff seinen Lauf nahm. Dort befand sich nun ein Bus in Richtung Blankenhain/Rudolstadt indem sich etwa 30 Nazis aus dem Umfeld der Blankenhainer Kameradschaft befanden. Aus unbekannten Gründen wurden etwa 20 von ihnen in Gewahrsam genommen.

Zu diesem Zeitpunkt waren die Kamerad_innen auf dem Weg nach Blankenhain. Dort wurde im Vorfeld des 5. Aprils mit Sprühereien zu aktivem Widerstand gegen den Naziaufmarsch in Weimar aufgerufen. Hierbei fielen Worte, wie »Nazis auf’s Maul«.
Hieraus schloss die Polizei nun also eine größere handgreifliche Auseinandersetzung zwischen Jugendlichen aus dem linken und rechten Spektrum – mitten im braunen Blankenhain.
Wie sich herausstellte, bahnte sich jedoch keine Massenschlägerei an, sondern das Aufgreifen und „Zurechtweisen“ des/der jungen Sprayer_in – notfalls auch mit nicht gerade gewaltfreien Mitteln – für die die Kamerad_innen aus Blankenhain ja eindeutig bekannt sind. Zu dieser Tat kam es jedoch im Laufe des Abends, aufgrund der Festnahmen nicht mehr.

Die massive Häufung von Nazi-Aktivitäten im öffentlichen Raum und deren inkonsequente Verfolgung durch Politik und Polizei zeigen dass mensch sich nicht auf diese Institutionen verlassen darf und kann.
Wir rufen dazu auf rechter Gewalt offensiv entgegen zu treten.

Den antifaschistischen Selbstschutz organisieren – Nazis aus der Provinz fegen!

Die rechten Hegemoniezonen bekämpfen!