Archiv der Kategorie 'Aktionen'

17. Mai – Internationaler Tag gegen Homophobie

Heute, am 18. Mai, fand auf dem Weimarer Theaterplatz eine Kundgebung zum internationalen Tag gegen Homophobie unter dem Motto „Gegen sexuelle Normierung – für sexuelle Selbstbestimmung“ statt.
Am 17. Mai 1990 wurde Homosexualität von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) von der Liste psychischer Erkrankungen gestrichen. Anlässlich dieses Datums wird seitdem jedes Jahr international gegen Homophobie und Geschlechternormierung demonstriert.
So gab es Laufe des Wochendendes neben der heutigen Kundgebung am Samstag dem 17. Mai einen Queer-Block auf der Demonstration gegen den „Thüringentag der nationalen Jugend“ in Sondershausen und am Abend einen Vortrag in der Gerberstraße.
Mit guter Musik konnte trotz des wolkenbehangegen Himmels über Weimar Stimmung gemacht und viele Passant_innen erreicht werden.
Aufgerufen zu den Aktionen hatten die Gruppen Autonome Antifa Weimar (AAW), Autonome Antifa Weimarer Land, Gruppe Wider die Natur, Grüne Jugend Weimar und Belladonna Feminista.

8. Mai – Den Tag der Befreiung feiern

Unter dem Motto „8. Mai – den Tag der Befreiung feiern; Geschichstrevisionismus angreifen!“ versammelten sich am 8. Mai etwa 20 bis zeitweise 30 Menschen auf dem Weimarer Theaterplatz um den Tag der bedingungslosen Kapitulation Deutschlands und damit einergehend das Ende der Shoa zu zelebrieren.
Es wurden an die – dank des guten Wetters – zahlreichen Passant_innen Flyer zur Bedeutung des 8. Mai verteilt und es wurden Redebeiträge verlesen, welche den Geschichtrevisionismus in der deutschen Geschichtsschreibung , also die Umdeutung von Auschwitz zu einem Kapitel der deutschen Geschichte, aus welchem mensch gelernt habe und welches so positiv besetzt wird und dem alltäglichen Rassismus unter anderem an thüringer Schulen, deren Lehrpläne als einzige in Deutschland die Kategorisierung von Menschen in Rassen vorsehen.
Mit Sekt, Musik und guter Laune wurde bis etwa 18:00 gefeiert.

Den Tag der Befreiung feiern!

Redebeitrag zur Antifa-Demo am 05.04.2008 in Weimar

Unterstützung für ihre heutige Demonstration dürfte die NPD nicht nur von vielen lokal ansässigen Neonazis aus Weimar, sondern vorallem aus dem Weimarer Umland bekommen. Dort ist zu beobachten, dass sich eine jugendkulturelle Hegemonie auf rechtsextremer Seite seit langem eingestellt hat.

Als Gründe dafür werden oft fehlende Angebote für Jugendliche oder eine hohe (Jugend-)Arbeitslosenquote angeführt. Dies mögen entscheidende Faktoren sein, das eigentliche Problem wird dadurch jedoch verschleiert: Es etabliert sich zunehmend eine vom rechten Konsens getragene, eigenständige Jugendkultur, die nicht davon lebt, dass es den Jugendlichen schlecht geht, sondern in der es ganz einfach zum guten Ton gehört mit rassistischen Parolen durch Kleinstädte zu ziehen und Andersdenkende oder Migrant_innen anzugreifen bzw. einzuschüchtern.
Diese äußert sich beispielsweise in der totalen Vereinnahmung öffentlicher Plätze durch Neonazis, die so zu Angstzonen werden.
Zudem werden auch bestehende Angebote für Jugendliche von Nazis regelrecht besetzt. Der Jugendclub in Blankenhain ist dafür bekannt Nazis zu beherbergen und die Leitung dieses Clubs unter Mario Hesse scheint auch nicht zu stören, dass ihr Haus ein Anlaufpunkt für gewaltbereite, teilweise vorbestrafte Neonazis ist.
Das selbe Bild bietet sich wenige Kilometer weiter in Bad Berka: Gingen von dort im vergangenen Jahr noch antirasisstische Projekte aus, so machen sich dort nun unter den Augen der Leitung des hiesigen Jugendhauses Nazis breit. Als Begründung für deren Akzeptanz wird angeführt mensch sei »ein offenes Haus für alle«, was auch Nazis mit einschliesse.

Genau dort liegt das Problem: Nazis werden nicht als das Begriffen, was sie sind, nämlich menschenverachtend und gefährlich, sondern sie werden als ganz normales Jugendspektrum wahrgenommen und akzeptiert.
Das Rechtsextremismus gerade in provinziellem Raum – also dort, wo er am Offensichtlichsten zu Tage tritt – verschwiegen oder klein geredet wird ist nicht neu. Mit der offenen Akzeptanz von Ideologien wie Antisemitismus, Rassismus und Nationalismus erreicht die gesellschaftliche Relevanz aber eine neue Qualität.

Deshalb ist es wichtig auch die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen für die Entwicklung von provinziellen Gemeinden hin zu No-Go-Areas zu betrachten.
Bei der letzten Bürger_innenmeister_inwahl der Stadt Blankenhain 2006 kam der Kandidat der NPD, Jan Morgenroth – heute Beisitzer im Landesvorstand der NPD in Thüringen –, in einigen Stimmbezirken auf bis zu über 30% der Stimmen und das, ohne dass vorher eine große Wahlwerbung nötig gewesen wäre. Dies zeigt, wie tief Rechtsextremismus nicht nur in der Jugend verankert ist, sondern wie sehr er auch die gesellschaftliche Mitte erreicht hat.
Durch diese Wahlerfolge ist auch das Interesse organisierter Nazistrukturen am Weimarer Land gestiegen.
Die sogenannte »nationale Allianz« – gemeint ist damit die Zusammenarbeit zwischen NPD, JN und freien Kräften, wie der »Kameradschaft Blankenhain« –, welche laut Morgenroth als Reaktion auf die zivilgesellschaftlichen Bündnisse gegen Rechts von Nazis aus dem Weimarer Land geschmiedet wurde ist ein Beweis dafür.
Einer der Haupverantwortlichen dafür ist Michael Hubeny, stellvertretender Vorsitzdender des NPD-Kreisverbandes Weimar/Weimarer Land. Er war vor seiner NPD-Tätigkeit der Leithammel der blankenhainer Kameradschaft und pflegt auch heute noch Kontakte nach zu ihr um so die Vernetzung in Gang zu halten.

Auch die Bilanz der rechtsextrem motivierten Straf- und Gewalttaten verdeutlicht die bedrohliche Situation im Weimarer Land. Nahezu jedes Wochendende stören Neonazis Veranstaltungen wie Konzerte und nicht selten kommt es zu auch zu gewalttätigen Übergriffen auf vermeintliche politische Gegner_innen oder nicht-rechte Jugendliche.
So veranstalteten Nazis, die der Kameradschaft Blankenhain angehören, im Februar diesen Jahres eine Hetzjagd auf zwei Jugendliche, die mit Parolen wie »Ausländer raus« durch den kleinen Ort gejagt wurden. Beide Opfer haben weder migrantischen Hintergrund noch sind sie politisch aktiv. Hier rückt mensch also schon ins Visier der Nazis, wenn mensch nicht offensitlich rechts ist.
Daneben werden regelmäßig die Schaufensterscheiben ortsansässiger Dönerläden mit Steinen beworfen und Drohungen gegen die Inhaber_innen ausgesprochen.

Diese Gewalt und deren latente Androhung reiht sich in ein immer stärkeres Auftreten nazistischer Strukturen in ganz Thüringen und ganz Deutschland ein.
So wurde im letzten Monat ein Punker in Berga bei Gera von Nazis so schwer verletzt, dass er ins künstliche Koma versetzt werden musste. Ebenso wurden in Erfurt 3 Antifaschist_innen von einer Gruppe Nazis am Anger angegriffen, wobei ein Opfer schwer verletzt wurde, in Apolda wurden Versammlungsteilnehmer_innen einer Veranstaltung der grünen Jugend angegriffen und in Zella-Mehlis jagten meherere Nazis einige Linke mit einer Schreckschusspistole.

Die Reaktionen der zuständigen Lokalpolitiker_innen reichen von Leugnung des Problems bis hin zu Eingeständnissen und Lippenbekenntnissen, denen keine Taten folgen. So sprachen sich die Bürger_innenmeister der Städte Bad Berka, Blankenhain und Kranichfeld bereits anfang letzten Jahres für eine Koordinierungsstelle gegen Rechtsextremismus aus, über die mensch heute jedoch nicht mehr spricht.
Währenddessen wächst das Problem unvermindert weiter an.

Welche Handlungsperspektiven ergeben sich aus dieser Situation?
Fest steht, dass mensch sich nicht auf die Hilfe von Polizei oder Poiltik verlassen darf. Im Schutze dieser Institutionen konnten die Nazis ihre Vormachtsstellung überhaupt erst aufbauen.
Antifaschistische Arbeit muss gerade im ländlichen Raum mit aller Konsequenz geführt werden, da diese Räume Neonazis Rückzugsmöglichkeiten bieten um sich zu organisieren und zu koordinieren. Von dort ziehen sie ein enormes Mobilisierungspotential, können ungestört agieren und dort gewinnen sie Wahlen.
Die antifaschistische Reaktionspolitik muss sich von der notwendigen Verteidigung der Freiräume in den Städten hin zu einem Angriff auf die Hegemoniezonen wandeln um auf lange Sicht erfolgreich zu sein.

Treffen wir sie dort, wo sie sich sicher fühlen!
Machen wir aus nationalen Nestern unsere Freiräume!

200 Menschen solidarisch mit Gerberstraße

Als Reaktion auf den Naziangriff auf die Gerberstraße vom 08.03. zeigten sich vergangenen Sonntag etwa 200 Menschen solidarisch mit dem soziokulturellen Zentrum und unterstützten die Demonstration mit dem Motto: „Rechte Gewalt benennen! Linke Freiräume verteidigen!“.

Ein ausführlicher Bericht über die Demonstration ist auf indymedia zu finden.

Das Problem hat einen Namen! Rechte Gewalt benennen! Demo am 16.03.

Nach dem Naziangriff auf das soziokulturelle Zentrum tut sich die lokale Presse wieder einmal schwer das Problem beim Namen zu nennen. So schreibt beispielsweise die TLZ in der Lokalausgabe vom 11.03., von einer Zuspitzung der Auseinandersetzungen zwischen links und rechts, anstatt klar zu benennen von wem in Weimar die Gewalt ausgeht. Weiterhin werden in der lokalen Presse unkommentiert die Stellungsnahmen der Polizei übernommen, für die der Angriff anscheinend ein undurchschaubares, nebulöses Geschehen gewesen ist. Am Ende erscheint der brutale Naziangriff in der Weimarer Öffentlichkeit als eine Auseinandersetzung zwischen rivalisierenden Jugendbanden. (Siehe auch Artikel der Gruppe AGAP)

Dem wollen wir am Sonntag den 16.03. mit einer Demonstration etwas eindeutiges entgegensetzen: Der Angriff auf die Gerberstraße ging von Neonazis aus und hatte einen ideologischen Hintergrund. Die Gerberstraße, die sich für Flüchtlinge und Migrant_innen einsetzt, die kontinuierlich antifaschistische Arbeit leistet und Raum für eine alternative Kultur bietet, ist nicht nur Nazis aus Weimar seit Langem ein Dorn im Auge. Desweiteren war der Angriff auf die Gerberstraße kein Einzelfall, sondern eingereiht in eine kontinuierliche Zuspitzung rechter Gewalt in Weimar. Immer wieder werden in Weimar alternative und linke Jugendliche von Nazis angepöbelt und angegriffen.

Wir wollen weiterhin die Gerberstraße als einen Freiraum nutzen, in dem wir keine Angst vor Nazis haben müssen. Dementsprechend werden wir diesen Freiraum verteidigen!

Demonstration am 16.03. in Weimar
“Rechte Gewalt benennen! Freiräume verteidigen!”

Treffpunkt: 14:00 Uhr Baudertplatz/Bahnhofsvorplatz

Desweiteren an dieser Stelle ein Radiointerview zu den Vorfällen vom Samstag (Radio Frei):

Dem nationalen Wahn ein Ende! Weder deutsch noch tümelei!

Demonstration und dezentrale Aktionen gegen den Naziaufmarsch am 05.04. in Weimar

Der Kreisverband der NPD Weimar/Weimarer Land will am 05.04. unter dem Motto „Kinder, Zukunft, NPD – sozial geht nur national“ durch die Weimarer Straßen ziehen und fährt dafür eine bundesweite Mobilisierung.
Wir, die Antifagruppe in Weimar (AAW) und die Antifagruppe Weimarer Land (AAWL), rufen dazu auf den Naziaufmarsch zu verhindern! Seit einiger Zeit spitzt sich die Gewalt auf den Straßen in Weimar immer weiter zu. Immer wieder werden Linke oder alternative Jugendliche Opfer von rechten Übergriffen. Im letzten Jahr versuchten Nazis sogar das autonome Jugend- und Kulturzentrum Gerberstraße anzugreifen. Im Weimarer Land, wo einige Dörfer und kleinere Städte national befreiten Zonen gleichkommen, müssen Migrant_innen oder alternative Jugendliche in ständiger Angst vor Übergriffen leben. Bei der Betrachtung der Übergriffe und Aktionen der Nazis kann es faktisch keine Trennung zwischen rechter Gewalt auf der Straße und dem Umfeld der organisierten Nazis in NPD und Kameradschaften geben. Seit einiger Zeit treten die Nazis in Weimar auch wieder offensiv in die Öffentlichkeit und versuchen sich durch Flugblattaktionen, Infostände oder Spontandemonstrationen als vermeintlich einzige Opposition zu präsentieren. Dabei hat die NPD in Weimar sowohl die Landtagswahlen in Thüringen, als auch die Stadtratswahlen in Weimar im Auge, die beide 2009 stattfinden werden.

Der fünfte April in Weimar

Am 05.04. wollen die Nazis um 13:00 Uhr vom Hermann-Brill-Platz (Stadionvorplatz) in Richtung Innenstadt laufen. Treffpunkt und Auftaktkundgebung der Nazis ist jedoch schon bereits 12:00 Uhr am Hermann-Brill-Platz. In ihrer Anmeldung haben die Nazis das Ende ihrer Demonstration auf 22:00 Uhr ausgelegt.
Den ganzen Tag über haben das Bündnis gegen Rechts und andere Organisationen überall in der Stadt Kundgebungen und Infostände angemeldet um gegen den Naziaufmarsch zu protestieren.
Um 11:00 Uhr (Auftaktkundgebung 10:00 Uhr) beginnt die Antifa-Demo auf dem Baudertplatz (Bahnhofsvorplatz). Nach der Demonstration soll es dezentrale Aktionen gegen den Naziaufmarsch geben.
Am Vorabend wird es in der Gerberstraße 1 letzte Infos, eine Pennplatzbörse und eine Veranstaltung zum Thema „Nationale Symbole und Deutscher Nationalismus“ (biko.arranca) geben.

(Klicken, um zur Sonderseite zu gelangen!)