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17. Mai – Internationaler Tag gegen Homophobie

Heute, am 18. Mai, fand auf dem Weimarer Theaterplatz eine Kundgebung zum internationalen Tag gegen Homophobie unter dem Motto „Gegen sexuelle Normierung – für sexuelle Selbstbestimmung“ statt.
Am 17. Mai 1990 wurde Homosexualität von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) von der Liste psychischer Erkrankungen gestrichen. Anlässlich dieses Datums wird seitdem jedes Jahr international gegen Homophobie und Geschlechternormierung demonstriert.
So gab es Laufe des Wochendendes neben der heutigen Kundgebung am Samstag dem 17. Mai einen Queer-Block auf der Demonstration gegen den „Thüringentag der nationalen Jugend“ in Sondershausen und am Abend einen Vortrag in der Gerberstraße.
Mit guter Musik konnte trotz des wolkenbehangegen Himmels über Weimar Stimmung gemacht und viele Passant_innen erreicht werden.
Aufgerufen zu den Aktionen hatten die Gruppen Autonome Antifa Weimar (AAW), Autonome Antifa Weimarer Land, Gruppe Wider die Natur, Grüne Jugend Weimar und Belladonna Feminista.

Neu: Antifa-Infoflyer für das Weimarer Land

Aufgrund des politischen Vakuums und der Unsichtbarkeit antifaschistischer Politik in der Provinz haben wir uns entschlossen nun regelmäßig einen Infoflyer zu veröffentlichen.
Er wird Informationen zu Naziaktivitäten, Terminhinweise und Aufklärungstexte für die Bevölkerung beinhalten.
In der ersten Ausgabe findet sich ein Text zu Thor Steinar und eine Kurzform unseres Selbsvertändnisses.

Der Flyer steht als Download zur Verfügung, also ausdrucken und weiterverteilen!


(zum Flyer hier oder auf das Bild klicken)

Rechte im Parlament! Vertriebene im Bündnis? (AAW)

Auch wenn er bereits seit 2004 im Thüringer Landtag sitzt, hat die linke Öffentlichkeit ihn bisher kaum wahrgenommen: Der Kreisvorsitzende der CDU Weimar und ehemalige Junge-Freheit-Redakteur Peter Krause ist nun Kultusminister von Thüringen. Unterdessen bemüht sich sein Kollege Clarsen Ratz, stellvertretender Landesvorsitzender der Wirtschaftsvereinigung der CDU in Thüringen und neuer Vorsitz des Bund der Vertriebenen Weimar, den Bund der Vertriebenen im Weimarer Bündnis gegen Rechts (BgR) zu integrieren.

Nachdem Thüringens Innenminister Karl Heinz Gasser (CDU) aufgrund der gescheiterten Polizeireform „Optopol“zurückgetreten war, hatte Dieter Althaus eine Kabinet-Reform vorgenommen. Am 23.04. wurden nun die Namen der neuen Minister_innen bekannt gegeben. Neuer Kultusminister für Thüringen ist nun Peter Krause, Kreisvorsitzender der CDU Weimar. Auch wenn sich in Weimar kaum jemand daran stört, ist Krause immer wieder durch merkwürdige Äußerungen aufgefallen. Nicht zuletzt seine zweifelhafte Vergangenheit sollte Grund genug sein sich einmal näher mit Krause zu beschäftigen.

Ganzer Text

Zur Situation im Weimarer Land

Wir dokumentieren eine Pressemitteilung von »Cultures Interactive« zur Situation in Weimarer Land:

Aus Thüringen kommt weniger als man denkt – kein Geld gegen Rechtsextremismus im Weimarer Land!

cultures interactive investierte 30.000 Euro allein in den letzten vier Monaten des Projekts KulturRäume2010 ins Weimarer Land und erreichte mehr als 400 Jugendliche und über 50 Lehrer/innen.

cultures interactive setzt Jugendliche in Szene, die aktiv politisch tätig werden und ihr Lebensumfeld demokratisch und tolerant mitbestimmen wollen. Und dies sehr erfolgreich!
In vier Orten des Weimarer Landes gibt es bereits sieben Projekte, die von etwa 30 Jugendlichen mit der Unterstützung von cultures interactive vorangetrieben werden.

In Bad Berka gestaltet eine Jugendgruppe eine Umfrage über die Verhältnisse am Ort zum Thema
Rechtsextremismus und plant eine Zukunftskonferenz.
In Kranichfeld arbeiten Jugendliche an einer CD mit Musik gegen Rechtsextremismus.
In Apolda trifft sich eine kleine Gruppe regelmäßig zum Break- und Streetdance-Tanzen, außerdem wird gemeinsam mit dem Jugendparlament gegen Rechtsextremismus gearbeitet.

Des Weiteren veranstaltet cultures interactive gemeinsam mit dem Fanprojekt Jena eine Street-Soccer-Tour durch das gesamte Weimarer Land.

Am Mittwoch, den 13. Februar findet nun eine weitere Aktion von Jugendlichen in Blankenhain statt, die sich dort um den Bau eines Skateparks und die Nutzung von Räumlichkeiten für Parties, Proben und Konzerte bemühen.
Um 11 Uhr wird es ein Treffen der Jugendlichen mit dem Bürgermeister Herrn Kellner und sowie dem Bauamt geben. Es sollen verschiedene Orte besichtigt werden, wo der Skatepark gebaut werden könnte. Vorher wird das Treffen ab 9 Uhr in der Regelschule Blankenhain vorbereitet. Um 13 Uhr fahren die Jugendlichen dann gemeinsam nach Weimar zu der Skatehalle „Klock11“, um sich mit den dortigen Ansprechpartnern darüber auszutauschen wie man eine Skatehalle baut und in Stand hält. Zur Abrundung des Tages wird ein Skateboard- und DJWorkshop mit cultures interactive im „Klock11“ stattfinden.

Obwohl cultures interactive mit Hilfe des Bundesfamilienminsteriums mittlerweile knapp 30.000 Euro in die Region Weimarer Land investierte und sich der Druck von Seiten des Ministeriums auf Kofinanzierung erhöht, gibt es immer noch keinerlei Unterstützung vom Kreis Weimarer Land. Einzig die Landeszentrale für politische Bildung Thüringen unterstützt das Projekt.
Die wiederholte Anfrage des Projektleiters Peer Wiechmann über ein Kooperationsgespräch mit dem Landrat wird nicht einmal beantwortet. Mit der CDU im Weimarer Land findet nun ein erster gemeinsamer Termin statt. Doch SPD und FDP verhalten sich bisher sehr bedeckt. Das Land Thüringen sowie der Kreis Weimarer Land zeigen sich bisher wenig kooperativ. „Das ist sehr schade“, sagt dazu Projektleiter Wiechmann, „und man fragt sich, wo dieses Jahr die 345.000 Euro gegen Rechtsextremismus in Thüringen eigentlich hingehen – unser Antrag über lediglich 15.000 Euro wurde jedenfalls gänzlich abgelehnt“.

Es wird Zeit, dass die Denkfabrik Thüringen anfängt auch ans Weimarer Land zu denken! Schließlich hat sich dort ein harter Kern der rechtsextremen Szene Thüringens festgesetzt wie sich jüngst am Faschingswochenende in Apolda einmal mehr zeigte als 29 Nazis festgenommen werden mussten.
Peer Wiechmann wird sich vom 07. bis 13. Februar 2008 für diverse Termine
im Weimarer Land aufhalten und steht gern für Interviews zur Verfügung. Für
weitere Absprachen und Informationen:

cultures interactive, tel: 030 60 40 1950, 0176 48 25 70 41,
wiechmann@cultures-interactive.de

»Hier gibt es keine Nazis!« – »Ach ja?!«

Übergriffe und Ereignisse in Weimar und dem Weimarer Land – Eine Drei-Tages-Bilanz.

Dies ist ein kurzer Tatsachen-Bericht. Er handelt von den Tagen Samstag, dem 2. Februar bis Montag, dem 4. Februar 2008. Wir wollen aufzeigen, was es für Jugendliche, die sich Rechtsextremismus entgegenstellen heisst, hier – in Weimar und dem Weimarer Land – zu leben.

Am späten Montag Abend zeigte sich zum wiederholten Male, dass die Straßen des Weimarer Landes für Jugendliche, die nicht den »Normen« von Neonazis entsprechen, gefährlich sind. Nachdem in den letzten zwei Monaten alternativ aussehende Jugendliche teilweise durch Blankenhain, Tannroda und andere Städte vefolgt und beschimpft wurden, eskalierte die Situation gestern beinahe.

Zwei Jugendliche wurden von einer Gruppe, ausländerfeindliche-parolen-krackelender junger Männer verfolgt. Hier dazu das Gedächtnissprotokoll:
»Es war Montag Abend. Gerade war das Spiel Aachen gegen Jena abgepfiffen woden. Wir waren zu zweit und wollten noch einen Döner essen gehen. Als wir gegen 23:30 auf dem Rückweg zu meinem Freund M. waren liefen wir am ehemaligen Gymnasium vorbei. Als wir in Höhe der Turnhalle angekommen waren merkten wir plötzlich, dass etwa sieben Leute hinter uns herliefen, schätzungsweise 18 bis 21 Jahre alt. Schnell merkten wir, dass es sich hierbei um den älteren Sohn des Tankstellenbesitzers (Knabe), und einige seiner Freunde handelte. Bis auf zwei Personen hatten Sie alle Springerstiefel an. Auf einmal beschleunigten sie ihre Schritte, langsam aber stetig. Sie fingen an hinter uns her zu rennen und Parolen zu rufen wie „Ausländer raus“. Wir nahmen daraufhin die Beine in die Hand und entkamen nur knapp über viele Umwege, Gärten und Hinterhöfe zu meinem Freund nach Hause. Wir wollen uns gar nicht vorstellen, was passiert wäre, wenn uns die Nazis eingeholt hätten.
Was die Rufe sollten ist uns unklar, da weder mein Kumpel noch ich migrantischen Hintergrund haben.«

Einige Stunden vor dieser polizeilich nicht erfassten Aktion Blankenhainer Nazis, gab es auch einen Vorfall in Weimar.
Ein Punker wurde gegen 20:00 Uhr miten auf dem Theaterplatz von drei Nazis – einer davon in eindeutiger Problemkinder-Kluft – tätlich angegriffen. Er wurde festgehalten, an den Haaren gerissen, mit dem Knie in den Bauch und gegen den Kopf getreten.
Warum Bürger_innen dem jungen Mann nicht halfen, ist uns unklar.
Wenn Faschisten auf offener Straße, auf einem öffentlichen Platz – der repräsentativ für die Weimarer Republik und das daraus resultierende 3. Reich steht – Menschen Gewalt antun können, ohne dass auch nur ein Mensch Zivil-Courage zeigt in was für einer Welt, was für einem Land leben wir dann?!
Glücklicherweise konnte sich das Opfer auch ohne Hilfe losreißen und mit blutigem Gesicht in das Sozio-Kulturelle Zentrum Gerberstraße flüchten.

Gehen wir noch zwei Tage zurück. Ein zweites Gedächtnissprotokoll:
»Es ist Samstag, wir sind in Apolda. Es ist der Tag, an dem sich der »Krawallfasching« zum ersten Mal jährt. Wir sind zu dritt und laufen unaufällig in Kostüme gekleidet durch die Kreisstadt. Wären wir so losgelaufen wie normalerweise, wir wären nicht heil am Marktplatz angekommen. Doch so können wir sehen, wie Apolda an diesem „bunten“ Tag des Faschingsumzugs aussieht – oder sollten wir besser sagen »Faschistenumzug«?! Natürlich sind auch Familien mit Kindern und Großmüttern da, doch geprägt ist das Stadtbild von Thor-Steinar-Träger_innen, Problemkinder-Logo-Vorfüher_innen und diversen anderen zwilichtigen Gestalten. Wenig später trauen wir uns unkostümiert durch Apoldas Straßen, aber nur aufgrund der Tatsache, dass an beinahe jeder Straßenecke Polizisten stehen und nur auf den Beginn des »Krawallfasching-Reloaded«, wie er im Vorfeld angekündigt worden war, warten. Ausser einigen Pöbeleien, gezückten Foto-Apparaten und dummen Bemerkungen geschah uns nichts. Doch nach dem Zeitungslesen am Montag fällt auf: Es hätte schlimm aufgehen können.«

Am gleichen Abend wurde eine junge Antifaschistin in Blankenhain von einigen Neonazis an der bereits genannten Tankstelle des Betreibers Knabe angepöbelt. An den Scheibenwischern ihres Autos fand sie nach dem Zahlen Anti-Antifa-Aufkleber.

Angesichts dieser Tatsachen bleibt die Feststellung, dass in der provinziellen Region rund um Weimar eine latent rechte und rechtsextreme Vorherrschaft existiert. Trotz zahlreicher Initiativen, wie zum Beispiel Bürgerbündnissen in Weimar und dem Weimarer Land gelingt es nicht, der extremen Rechten ihre Handlungsgrundlage zu entziehen. Das beweist das Mobilisierungspotential, welches rechstextreme Gruppierungen hier vorweisen können.

Es muss ein handlungsfähiger antifaschistischer Widerstand etabliert werden um eine effektive Behandlung des Problems gewährleisten zu können. Dazu ist es allerdings erforderlich, dass alle Teile der Gesellschaft aufhören das Problem aus Gründen der Standortsicherung zu leugnen und ihm so Vorschub zu leisten. Es gilt die Problematik zu erkennen und zu bekämpfen – auf allen Ebenen.

In diesem Sinne:
Rechte Hegemonien brechen!
Kein Fußbreit für Antisemiten, Rassisten und Faschisten!

Augen auf!

Dass es im Weimarer Land seit geraumer Zeit ein Problem mit Neonazis gibt ist (fast) jedem_jeder bekannt. Wenn örtliche Polizist_Innen und Politiker_Innen jedoch mit Sätzen wie »Hier gibt es keine Nazis!« glänzen, ist dies ein Schlag ins Gesicht derer, die sich aktiv des Problems erwehren.

Seit im Weimarer Land ein breiteres antifaschistisches Engagement zu verspüren ist, ist eine größere Zusammenarbeit der hier agierenden Nazis zu beobachten. Die Vermutung, dass Angst um ihre hegemoniale Rolle und ihr Gewaltmonopol dabei eine Rolle spielt, liegt nahe.
Nazis aus Kranichfeld, Blankenhain und Bad Berka treffen sich regelmäßig, um Menschen auf Geburtstagsfeiern zu terrorisieren, Konzerte zu stören oder einfach nur nach potentiellen Opfern für ihre Gewaltexszesse zu suchen.

Besonders hervor tut sich dabei immer wieder ‚Dennis Kramer‘ aus Kranichfeld. Ein vorbestrafter Neonazi, von dem bekannt ist, eine Messersammlung und Schusswaffen zu besitzen und dessen Wohnung mit Hakenkreuzflaggen und anderem neonazistischen Schrott ausgekleidet ist.

Zum beliebtesten Treffpunkt der Neonaziszene ist mittlerweile der REWE-Getränkemarkt in Bad Berka avanciert. Dort treffen sie sich, trinken sich den Frust über die eigene Dummheit weg oder beschallen mit einem Megaphon den Parkplatz vor dem Supermarkt mit menschenverachtender Propaganda.

Dies sind nur kleine Auszüge aus dem, was Antifaschist_Innen im Weimarer Land beinahe täglich erleben müssen.

Nun fragt mensch sich, was denn die Polizei oder die Politik dagegen tut. Nun – die Antwort ist so kurz, wie der Verstand der Lokalpolitiker_Innen anscheinend klein ist: Nichts! Denn, wo es »keine Nazis« gibt muss demzufolge auch nichts getan werden.

Es wird Zeit, dass die Bevölkerung und allem voran die Politiker_Innen endlich aufhören, die Augen zu verschließen und es den Nazis so noch einfacher zu machen in der Gesellschaft Fuß zu fassen.

Ein konsequenter Ausschluss von Nazis aus dem alltäglichen Leben ist die Grundvorrausetzung für deren effektive Bekämpfung.

Kein Raum für Nazis. Nirgendwo!

Rechte Strukturen angreifen!

Thüringen ungeschminkt!

Wansinnig informativer Tatsachenbericht über die „braunen Lande“ auf Indymedia.

Niemand kann es mehr beschönigen. Die Situation für AntifaschistInnen ist in Thüringen – gerade auf dem Land extrem bedrohlich. Es wird gedroht, verprügelt, gehetzt und auf Hilfe kann mensch sich sowieso nicht verlassen.
JedeR muss so gut es geht dabei mithelfen das Land nicht völlig den Nazis zu überlassen! Leistet Widerstand so gut es geht, sonst betrifft dies bald auch die Städte.

Nazis entschlossen entgegentreten!

„Good Night White Pride“ wird zu „Let’s Fight White Pride“


In der Hardcore/Punk-Szene ist das „GNWP“(Good Night White Pride)-Logo allgegenwärtig.
Das Logo entstammt einer Bewegung Ende der 90er Jahre, die es nicht mehr hinnehmen konnte und wollte, dass sich Nazis in der Szene breitmachen und ihre menschenverachtenden Ideen wie Rassismus und Diskriminierung etablieren.
Es ging darum Nazis klarzumachen, dass sie unerwünscht sind und nichts auf Veranstaltungen zu suchen haben.
Was sich anfangs jedoch als offensiver Aktionismus verstand verkam schnell zu einer „modischen“ Plakette, die mensch sich heute gern ans Revers heftet um dazuzugehören.
Da Nazis nun wieder vermehrt in die Szene drängen und diese droht unterwandert zu werden gilt es offensiv unsere Ablehnung gegenüber Neonazis zu bekunden und nach außen hin weit sichtbar zu zeigen, dass Rassisten und alle anderen Arschgeigen nichts im Hardcore/Punk zu suchen haben.
Um dies zu unterstreichen hat eine Leipziger Gruppe aus „Good Night White Pride“ „Let’s Fight White Pride“ gemacht und will so dazu auffordern Neonazis aktiv entgegenzutreten und sich nicht mehr mit bloßen „Lippenbekentnissen“ zufrieden zu geben.

Für weitere Infos einfach auf das Banner (oben) klicken!